Mehrere wichtige Themengebiete im Bereich Gesundheitsvernetzung und eHealth Anwendungen können mit heutigen Technologien nur unzureichend gelöst werden. Internationale anerkannte Standards zur Übertragung und Speicherung medizinischer Daten wie IHE und CDA, die von sense umgesetzt werden, liefern einen wertvollen Beitrag zur Interoperabilität von Systemen unterschiedlicher Anbieter. Aus unserer Sicht können jedoch allein durch den Einsatz dieser Standards bei Weitem nicht alle zur Zeit noch ungeklärten Fragestellungen der kooperativen Gesundheitsversorgung gelöst werden.Um zukunftsorientert und nachhaltig Lösungen nach modernsten medizinischen und technologischen Erkenntnissen zu entwickeln und anbieten zu können, führen wir mehrere Forschungsprojekte mit wissenschaftlichen Partnern durch.
Schwerpunkte
Nationale und regionale Besonderheiten wie organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen werden, wie die Erfahrung zeigt, durch vorhandene IHE Integrationsprofile nicht ausreichend abgedeckt. Diese organisatorischen Vorgaben einzelner Regionen beeinflussen technische Entscheidungen wie beispielsweise zentrale versus dezentrale/föderale Architekturen sowie das Sicherheitskonzept maßgeblich. Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen derzeit in folgenden Themengebieten:
- Einsatz moderner Web Service Technologie bei gleichzeitiger Kompatibilität zu vorhandenen IHE Profilen
Um die Kompatibilität mit bestehenden Systemen zu gewährleisten basieren vorhandene IHE Profile auf einem Standard (ebXML), der aus Sicht von sense bereits durch Web Service Technologie überholt ist. Forschungsaktivitäten in diesem Bereich umfassen vorwiegend die Fragestellung wie eine Verbindung zwischen moderner Web Service Technologie und bestehenden IHE Profilen geschaffen werden kann.
- Integration verteilter/föderaler Registries (Metadaten Speicher) mit vorhandenen IHE Profilen.
Bereits seit mehreren Jahren, noch bevor das bekannte IHE XDS Integrationsprofile für den trans-institutionalen Austausch medizinischer Daten entwickelt wurde, beschäftigte sich sense mit der Föderierung von Registries und der Möglichkeit der Verbindung mehrerer XDS Infrastrukturen.
- Technisches Sicherheitskonzept zum Abbilden des Patienten Einverständnisses als Voraussetzung zum Abruf medizinischer Daten.
Aufgrund nationaler rechtlicher Rahmenbedingungen ist das Einverständnis des Patienten zwingende Voraussetzung zum Abruf medizinischer Daten. Diese Vorgabe wird jedoch zur Zeit von keinem vorhanden Standard ausreichend abgebildet. Ziel in diesem Bereich ist die Entwicklung eines flexiblen und einfach handzuhabenden Sicherheitskonzeptes, welches mit geringem Aufwand auf andere Rahmenbedingungen wie z.B. Einsatz in anderen Ländern oder Gesetzesänderungen angepasst werden kann.
- Information Overload
Nicht zu unrecht befürchten Ärzte, künftig aufgrund der Gesundheitsvernetzung mit einer Menge medizinischen Dokumenten zu ihren Patienten konfrontiert zu sein, die in vernünftiger Zeit nicht mehr bewältigt werden kann. sense untersucht Möglichkeiten, anwender- und kontextbezogen relevante Dokumente automatisiert erkennen zu können und diese entsprechend aufbereitet präsentieren zu können. sense nützt dabei Web 2.0 Technologien und baut auf aktuellsten Erkenntnissen gegenwärtiger Forschung auf.